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So spürten die Rettungshunde den Toten in den Trümmern auf - 09.03.2008
Mönchengladbach (RP) Sie hatten eine der wichtigsten Aufgaben nach der Explosion am Siepensteg:
Die Hundeführer des Technischen Hilfswerkes (THW) in Viersen und ihre beiden Rettungshunde Bambi und
Elton suchten und suchten. Ein paar Stunden nach der Explosion, wenige Minuten nach ihrem Einsatzbeginn, gab
Bambi eindeutige Zeichen, wenig später bellte Elton an derselben Stelle. Das THW räumte hastig das
Geröll beiseite und fand den 45-Jährigen, der bei der Explosion am Siepensteg am Sonntagnachmittag
von der in sich zusammensackenden Rückseite des Hauses verschüttet wurde. „Biologische
Ortung“ nennen Experten den Einsatz von Rettungshunden.
Absolutes Vertrauen Erst am nächsten Tag wurde den Hundeführern Roland Krichel (35, mit Elton) und Alexander Dehner (32, mit Bambi) klar, wie gefährlich ihr Einsatz war. Sie arbeiteten unter den noch halb herabhängenden Decken der Stockwerke, die auch noch hätten zusammenbrechen können. „So ein Gefühl kommt aber während des Einsatzes gar nicht auf“, sagt Alexander Dehner, der seit vier Jahren Hundeführer beim THW ist. „Psychischen Stress lernen wir in der Ausbildung kennen. Wir dürfen das im Einsatz nicht zeigen, sonst reagieren die Hunde ganz anders.“ Zur Absicherung beobachteten etliche Kollegen vom THW die Arbeit der Hundeführer mit den Rettungshunden. „Wir haben absolutes Vertrauen zu unseren Kollegen, die uns bei Gefahr rechtzeitig gewarnt hätten“, sagt Daniela Seegers, Ausbilderin der Hundeeinheit beim THW in Viersen. Die Einheit in Viersen ist in weitem Umkreis die einzige des THW, die auf den Einsatz mit Rettungshunden spezialisiert ist. Das Einsatzgebiet reicht bis Düsseldorf und Aachen. Die Hundeführer lassen sich ehrenamtlich ausbilden und stellen dafür ihre Privathunde zur Verfügung. In diesem Fall einen Staffordshire-Terrier und einen Doberman. Am Montag war ein Bergungszug des THW mit den Aufräumarbeiten in dem Hinterhof beschäftigt. „ Einsturzgefahr besteht nicht mehr“, sagte Zugführer Stephan Schmitz vom THW Mönchengladbach. Am Tag nach dem Unglück schüttelten er und seine Kollege, Zugführer Christian Breuer, noch die Köpfe. „In Mönchengladbach hatten wir bisher keinen vergleichbaren Einsatz“, sagte Schmitz. „Prinzipiell kann man auf so etwas nicht vorbereitet sein.“ Und trotzdem funktionierte die Hilfe des THW. Die Hunde kamen vom THW in Viersen, und das THW aus Remscheid lieferte das Einsatzsicherungssystem (ESS), das Bewegungen im Gebäude aufspüren sollte. „Alle Einsatzkräfte haben sehr gut miteinander gearbeitet“, lobten Stadtsprecher Wolfgang Speen und Polizei-Sprecher Willy Theveßen. ![]() Rettungshund Elton hat angeschlagen, Hundeführer Roland Krichel (re.) rief seine Kollegen zur Hilfe. Text: Andreas Gruhn Bild: ddp Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/543017
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