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Großbrand in Textillager in Mönchengladbach - 27.11.2004

Bericht vom 30.11.2004

Mönchengladbach In einem Hallenkomplex auf der Karlstraße in Mönchengladbach-Odenkirchen hatten am Donnerstag Nachmittag Textilballen Feuer gefangen und in kürzester Zeit ein Flammeninferno in dem alten Backsteinbau verursacht. Die Feuerwehr alarmierte bereits nach kurzer Zeit den THW-Ortsverband (OV) Mönchengladbach. Hier griff nun das modulare System des THW, indem die Geschäftsstelle Mönchengladbach die Bergungsgruppen des OV Mönchengladbach, die Fachgruppe Räumen und die Spezialisten für das Einsatz-Gerüst-System (EGS) des OV Hückelhoven alarmierte. Am Freitagmorgen wurde zusätzlich der Radlader des OV Neuss angefordert. Ein großes Problem bei der Löschung des Feuers stellten die Stoffballen dar, die ähnlich wie Strohballen im Innern weiter glühten, obwohl sie von außen abgelöscht waren. Also mussten die Stoffballen aus den Hallen geräumt und dann auseinander gezogen werden, damit sie richtig gelöscht werden konnten. Unter anderem wurden hierfür die Radlader des THW benötigt.

Durch das große Feuer stürzte eine Mauer ein, da die Stahlträger der Deckenkonstruktion schmolzen. Die Feuerwehr vermutete in einem nicht zugängigen, hinteren Raum einen weiteren Brandherd. Daher erstellte das THW eine Kernbohrung, um in diesen Raum sehen zu können. Die Vermutung erwies sich als richtig und so musste ein Wanddurchbruch gefertigt werden, damit man das Feuer auch dort bekämpfen konnte. Ein anderer Zugang war nicht möglich, da sich auf der anderen Seite des Gebäudes ein, durch den Bottbach gebildetes, Sumpfland befand. Die 1. Bergungsgruppe des OV Hückelhoven stütze die Decke an der Stelle des gewünschten Durchbruchs durch den Einsatz des EGS, früher unter dem Namen Frablo bekannt, ab. Der Entwickler des Systems, Frank Blockhaus, war hierbei selbst anwesend.
Nun konnte der Durchbruch, zunächst mit Manpower, später mit einem speziellen Anbaugerät des Radladers erstellt werden. Während der Arbeiten in der statisch stark angeschlagenen Halle wurde die Wand mit einem Lasermessgerät auf Bewegung überwacht. Durch diesen Durchbruch wurden die Radlader eingesetzt. Da man Schwierigkeiten hatte, in die Ecken zu kommen, wurde zusätzlich am Samstag der Bagger des OV Viersen angefordert. Dieser half dann ebenfalls bei den Arbeiten.

Damit das Löschwasser nicht das angrenzende Naturschutzgebiet verunreinigt, wurden in Abstimmung mit dem Umweltamt zwei Aufstauungen des angrenzenden Bottbach durch die Bergungsgruppen des OV Mönchengladbach vorgenommen und das Wasser umgepumpt.

Drei weitere Komponenten des THW bewährten sich in diesem Einsatz: die Fachgruppen Beleuchtung, Sprengen und die Logistik. Während der Nächte und in den Innenräumen leuchtete die Einheit des OV Mönchengladbach unterstützt durch die Einheiten der OVs Nettetal und Neuss die Einsatzstelle aus. Eine einsturzgefährdete Wand wurde durch die Sprenggruppe des OV Neuss mit Unterstützung der Sprengmeister aus Ratingen am Samstag gesprengt. Die Logistikeinheit des OV Mönchengladbach übernahm die Koordinierung der Transport und Materialbeschaffung.

Nachdem die Feuerwehr den Einsatz am Sonntag um 15 Uhr beendet hatte, leistete die Fachgruppe Beleuchtung des OV Mönchengladbach Amtshilfe bei der Polizei. Sie leuchteten die Einsatzstelle weiter aus, damit ein Unternehmen die Untersuchungen zur Brandursache vorbereiten konnte. Am Montag teilte die Polizei mit, dass die Brandursache wegen des hohen Zerstörungsgrades nicht mehr rekonstruiert werden könne. Brandbeschleuniger wurden nicht gefunden.

Insgesamt waren 145 Helfer der beteiligten OVs fast 2300 Stunden im Einsatz. Dieser hat gezeigt, wie gut sich Feuerwehr und Technisches Hilfswerk ergänzen können. Die Zusammenarbeit war vorbildlich, man schätzte das Sachverständnis des jeweils anderen. Durch das modulare System waren nur benötigte Kräfte im Einsatz, dieser wurde sehr effektiv abgewickelt. Ein großer Dank ging auch an die Helfer der Organisationen Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst, die die Verpflegung der eingesetzten Hilfskräfte übernommen hatten.

Text und Bilder: Bernd Haardt und Markus Repges

Beteiligte OVs:
Hückelhoven, Mönchengladbach, Nettetal, Neuss, Ratingen und Viersen.

Ein Teil des Einsatzgebietes
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Der Mauerdurchbruch
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Einsatz eines Radladers
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Ein Teil des Einsatzgebietes Der Mauerdurchbruch Einsatz eines Radladers
 
  Einsatz des Baggers
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  Einsatz des Baggers  

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