© WZ vom 19.08.2002
THW auf dem Weg nach Osten
Viersen. Seit gestern ist auch das Technische Hilfswerk vom Niederrhein in den Überschwemmungsgebieten im Einsatz.
In Viersen machten sich allein 30 Helfer auf den Weg. Insgesamt zehn Ortsgruppen vom Niederrhein sollen in Sachsen und
Umgebung helfen. In Stendal werden sie weitere Details zu ihrem Einsatzort erfahren.
© WZ vom 20.08.2002
Retten und bergen
Technisches Hilfswerk in Sachsen-Anhalt
Viersen (blu). Zwei Züge des Ortsverbandes Viersen/Tönisvorst im Technischen Hilfswerk (THW) sind seit Sonntag
in Stendal in Sachsen-Anhalt im Einsatz. 26 Helfer im Alter von 18 bis 50 Jahren sind in einer Material- und
Fahrzeughalle unter hunderten von anderen Freiwilligen untergebracht.
Vier Gerätekraftwagen mit schweren Bergungsgerät, darunter Benzinmotorsägen, Schaufeln, Stahlseile und
Ketten zur Absicherung haben sie mitgenommen. Auch zwei Schlauchboote für Deichreparaturen sind im Gepäck.
"Außerdem sind wir ausgerüstet mit Lampen, Stativen, Notstromaggregaten und acht Pumpen, die 1000 Liter
pro Minute bewältigen", informiert Ortsbeauftragter Bernd Büttgenbach.
"Unsere primäre Aufgabe ist es, Menschen und Tiere vor dem Wasser zu retten bzw. zu bergen und Sachgüter
zu retten und abzusichern", erklärt Büttgenbach. Außerdem werden Deiche gesichert und neue Deiche
gebaut.
Die Helfer, die derzeit in Stendal sind, bleiben voraussichtlich eine Woche. Wenn sich die Lage bis dahin nicht
entspannt hat, schickt das THW weitere 26 Helfer in das Hochwasser-Gebiet
© WZ vom 21.08.2002
THW: Einsatz in Sachsen
Vier Züge ausgerückt
Kreis Viersen. Züge des Technischen Hilfswerkes (THW) aus dem Kreis Viersen sind zum Katastropheneinsatz ins
Überschwemmungsgebiet in Sachsen ausgerückt.
Aus Kempen und Nettetal sind je ein THW-Zug und aus Viersen sind zwei Züge aufgebrochen. Einsatzschwerpunkt soll
die Stadt Stendal sein. Die Feuerwehr Viersen hat bereits 35.000 leere Sandsäcke zum Dammbau nach Leipzig per
Flugzeug losgeschickt. Für den Landesverband NRW des Deutschen Roten Kreuzes ist Voralarm ausgelöst worden.
Für den Malteser-Hilfsdienst liegt derzeit kein Einsatzbefehl vor; jedoch hat der Diozesanverband Aachen Mitglieder
dazu aufgerufen, sich freiwillig für einen Einsatz in den betroffenen Gebieten zu melden.
© WZ vom 21.08.2002
Männer füllten Sandsäcke in der Kiesgrube
Helfer des Technischen Hilfswerks aus dem Kreis Viersen sind im Katastrophengebiet an der Elbe im Einsatz
Kreis Viersen (jül). "Ich seh' von hier aus direkt auf die Elbe, der Deich und die Erhöhung mit
Sandsäcken. Die Flut steht oben in Höhe der Säcke. Hier und da sickert Wasser durch. Unten am Fuß
sammeln sich Pfützen. Alle warten gespannt, ob der Damm hält, nachdem der Scheitelpunkt hier durch ist."
So schildert Frank Blockhaus die Lage im Katastrophengebiet. Seit Montagmorgen ist der Beauftragte des THW-Bereichs
Mönchengladbach mit Einheiten aud dem Kreis Viersen im Einsatz an der Elbe. Die Helfer aus Kempen, Nettetal,
Viersen und Tönisvorst sind derweil über das gesamte Einsatzgebiet verstreut, sie arbeiten da, wo gerade Not
am Mann ist.
Die beiden Viersen/Tönisvorster Einsatzzüge mit 26 Mann, mit Lastwagen und zwei Schlauchbooten waren in der
Nacht zum Montag in ihrem Bereitsstellungsraum bei Arneburg im Großraum Stendal eingetroffen. Von dort ging es in
eine Kiesgrube bei Kleinhindenburg, wo die THW-Leute von 17 bis 4 Uhr in der Nacht Sandsäcke füllten und an
ihre Bestimmungsorte transportierten. Werner Wedekind aus Willich, Zugführer des Viersener Zugs, sagte gestern am
Telefon, in der Kiesgrube seien viele Freiwillige aus der Bevölkerung, die von der prekären Lage in ihren
Orten erzählten. Er selbst und seine Helfer hätten noch kein Wasser oder überflutete Ortschaften
gesehen.
Gesten Nachmittag warteten die Viersen/Tönisvorster Helfer in den Bereitstellungsraum Magdeburg, um irgend eine
Einheit abzulösen. Die heimischen THW-Leute waren in einem Industriepark untergebracht, so sie schlafen und essen
konnten. Allerdings sollten sie diesen Ort bald verlassen, um einen anderen Bereitstellungsraum zu beziehen.